Hundepflege im Alltag: So bleibt dein Hund fit

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Wer einen Hund hält, weiß: Pflege ist kein einmaliges Ereignis, sondern ein Rhythmus. Fell, Zähne, Pfoten, Ohren und Krallen brauchen regelmäßige Aufmerksamkeit. Wer das verschleppt, riskiert nicht nur ein ungepflegtes Erscheinungsbild, sondern echte Gesundheitsprobleme. Ein Husky, dessen Unterwolle sich zu Matten verfilzt, entwickelt darunter Hautreizungen. Ein Hund mit vernachlässigten Zähnen leidet häufig still an Schmerzen, die Besitzer erst bemerken, wenn das Tier kaum noch frisst.

Fellpflege: Häufigkeit nach Rasse und Saison

Wie oft du bürsten musst, hängt stark vom Felltyp ab. Kurzhaarige Rassen wie Boxer oder Dobermann kommen mit einer Bürst-Session pro Woche gut aus. Langhaarige oder doppelt behaarte Hunde wie Samojeden oder Berner Sennenhunde brauchen das täglich, in der Fellwechselzeit sogar zweimal täglich. Der Fellwechsel im Frühjahr und Herbst dauert je nach Rasse zwischen vier und acht Wochen. In dieser Zeit kann ein Furminator oder ein Unterwollkamm die abgestorbenen Haare deutlich effizienter entfernen als eine normale Bürste.

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Beim Bürsten selbst gilt: immer mit dem Fell, nie dagegen. Knoten löst man am besten mit einem Entwirr-Spray und den Fingern, bevor man zum Kamm greift. Wer sofort zieht, verursacht Schmerzen und macht dem Hund das Bürsten verleidet. Das ist besonders bei Welpen entscheidend: Wenn das erste Jahr positiv verläuft, akzeptieren die meisten Hunde die Pflege ihr Leben lang ohne Protest.

Zahnpflege: Der am häufigsten vernachlässigte Bereich

Studien aus der Veterinärmedizin zeigen, dass rund 80 Prozent aller Hunde ab dem dritten Lebensjahr an Zahnfleischerkrankungen leiden. Der Hauptgrund ist fehlende Mundhygiene. Idealerweise putzt man Hundezähne täglich mit einer speziellen Hundezahnbürste und Enzym-Zahnpasta. Menschliche Zahnpasta enthält Fluorid und ist für Hunde giftig.

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Wer den Hund erst als Erwachsenen ans Zähneputzen gewöhnen muss, braucht Geduld. Man beginnt damit, die Schnauze täglich kurz anzufassen, danach die Zähne mit dem Finger zu berühren, und führt die Bürste erst nach einigen Wochen ein. Ergänzend helfen Kaurollen aus gepresster Rinderhaut oder spezielle Dentalsnacks, die durch mechanische Abrasion Belag reduzieren. Ein vollständiger Ersatz fürs Bürsten sind sie trotzdem nicht.

Pfoten und Krallen: Zwei unterschätzte Pflegestellen

Pfoten leiden besonders im Winter und Sommer. Streusalz auf Gehwegen reizt die empfindliche Haut zwischen den Zehen und kann tiefe Risse verursachen. Nach jedem Spaziergang im Winter lohnt es sich, die Pfoten mit lauwarmem Wasser abzuspülen. Pfotenbalsam, aufgetragen zwei- bis dreimal pro Woche, hält die Haut geschmeidig und schützt vor Austrocknung. Im Sommer wiederum werden Asphaltflächen bei direkter Sonneneinstrahlung auf über 60 Grad heiß und verbrennen die Pfoten innerhalb von Sekunden.

Krallen sollten gekürzt werden, sobald sie beim Laufen auf hartem Boden hörbar klackern. Zu lange Krallen verändern die Fußstellung des Hundes, was langfristig Gelenke belastet. Bei hellen Krallen sieht man das Blutgefäß, den sogenannten Quick, deutlich. Bei schwarzen Krallen tastet man sich millimeterweise vor und schneidet lieber weniger. Eine Krallenschleife oder ein elektrisches Nagelgerät ist für viele Hunde schonender als ein Zwicken mit der Schere.

Ohren und Augen regelmäßig kontrollieren

Hunde mit Hängeohren, etwa Basset Hound oder Cocker Spaniel, sind anfälliger für Ohrenentzündungen, weil die Luftzirkulation eingeschränkt ist. Eine wöchentliche Sichtkontrolle reicht in den meisten Fällen. Gesunde Ohren riechen neutral und sind leicht rosa gefärbt. Sobald ein süßlicher oder fauliger Geruch auffällt oder der Hund häufig den Kopf schüttelt, sollte ein Tierarzt das Ohr anschauen. Zur Reinigung verwendet man einen speziellen Ohrreiniger auf einem Watteball. Wattestäbchen sind ungeeignet, weil sie Schmutz tiefer ins Gehörgang schieben.

Augen brauchen weniger Pflege, aber ebenfalls regelmäßige Aufmerksamkeit. Rassen mit flachen Gesichtern wie Mops oder Französische Bulldogge neigen zu verstärktem Tränenfluss, der an den Augenfalten zur Hautreizung führt. Tägliches Reinigen dieser Falten mit einem feuchten, sauberen Tuch verhindert Entzündungen.

Badefrequenz und das richtige Shampoo

Hunde müssen seltener gebadet werden, als viele annehmen. Alle vier bis sechs Wochen reicht für die meisten Rassen vollkommen aus. Häufigeres Baden zerstört den natürlichen Fettfilm der Haut und begünstigt Trockenheit und Juckreiz. Als Faustregel gilt: Wenn ein Hund stark riecht oder sichtbar verschmutzt ist, ist ein Bad sinnvoll. Ansonsten tut ein gründliches Bürsten meist denselben Dienst.

Wer nach einer verlässlichen Orientierung für die verschiedenen Pflegebereiche sucht, findet im Hunde Pflege Ratgeber gut aufbereitete Informationen zu Fell, Haut und mehr. Beim Shampoo ist die Wahl entscheidend: Menschenshampoos haben einen anderen pH-Wert als die Hundehaut verträgt und können Schäden verursachen. Speziell formulierte Hundeshampoos gibt es für verschiedene Felltypen, etwa für empfindliche Haut oder für weißes Fell.

Eine einfache Pflegeroutine aufbauen

Wer Pflege in den Alltag integrieren will, profitiert von festen Ritualen. Ein kleiner Pflegecheck am Abend kostet keine zehn Minuten und deckt Probleme früh auf. Folgende Punkte lassen sich gut im Wochenrhythmus strukturieren:

  • Täglich: Zähne putzen, kurze Blick- und Tastkontrolle am Körper
  • Zweimal wöchentlich: Bürsten (bei Kurzhaar-Rassen), Pfotenbalsam auftragen
  • Wöchentlich: Ohren kontrollieren, Augenfalten reinigen (bei betroffenen Rassen)
  • Alle zwei bis vier Wochen: Krallen prüfen und bei Bedarf kürzen
  • Alle vier bis sechs Wochen: Baden, intensives Bürsten mit Unterwollkamm

Der größte Fehler ist, Pflege als Ausnahme zu behandeln, die man macht, wenn ein Problem sichtbar wird. Bis dahin hat sich meistens schon etwas entwickelt, das sich hätte vermeiden lassen. Wer dagegen früh anfängt und konsequent bleibt, spart langfristig Tierarztkosten und hat einen Hund, dem es körperlich wie auch im Hinblick auf die Bindung zum Besitzer merklich bessergeht.